Absperrklappen werden aufgrund ihrer Kosteneffizienz und schnellen Betätigung sehr geschätzt, wobeiDichtungsleistungDie Zuverlässigkeit und Lebensdauer eines Ventils werden direkt von der Dichtungskonstruktion bestimmt. Dichtungskonstruktionen unterscheiden sich erheblich und sind jeweils auf spezifische Betriebsbedingungen ausgelegt. Dieser Artikel untersucht die wichtigsten Dichtungsstrukturen, -materialien und deren praktische Anwendungen.
1. Kerndichtungsstrukturen und Funktion
Die Dichtungen von Absperrklappen bestehen aus denSitzringundDichtfläche der Scheibenkante, unterteilt in zwei Haupttypen:
- Weiche Dichtungen:
Ein Merkmalelastischer Sitz(Gummi, PTFE) ist im Ventilkörper oder auf der Ventilscheibe montiert. Beim Schließen wird der Scheibenrand (üblicherweise aus Metall) in den weichen Ventilsitz gepresst und verformt sich dadurch für eine dichte Abdichtung.
Vorteile:Geringe Dichtungsspannung, nahezu leckagefrei (Klasse VI möglich), niedrige Kosten, minimales Drehmoment.
Nachteile:Begrenzte Temperatur-/Druck-/Chemikalienbeständigkeit; anfällig für Erosion und Partikelbeschädigung; ungeeignet für häufiges Drosseln. - Metallische Hartdichtungen (Dreifach versetzte Ausführung – Abb. 1):
Metallische Verbindungen verwenden (z. B. Edelstahl, Legierungen). Wichtige Konstruktionselemente:- 1. Offset:Versatz der Stammachse vom Rohrleitungszentrum.
- 2. Versatz:Versatz der Schaftachse gegenüber der Mitte der Dichtfläche der Scheibe.
- 3. Offset (kritisch):Das konische Dichtungsprofil ermöglicht Linien-/Kleinflächenkontakt.
Vorteile:Außergewöhnliche Beständigkeit gegenüber Temperatur, Druck, Erosion und Kavitation; lange Lebensdauer; potenzielle Wiederverwendbarkeit.
Nachteile:Hohe Herstellungskosten; hohe Sitzspannung; erhöhtes Drehmoment; potenzielle Leckage bei niedrigem Druck (typischerweise Klasse IV).
Abb. 1: Dreifach versetzte Metalldichtungsstruktur
(Visuell: Veranschaulicht den konischen Linienkontakt, der die Gleitreibung während des Betriebs eliminiert)
2. Vergleich der wichtigsten Leistungsparameter
Weiche Dichtungen vs. harte Dichtungen:
- Temperatur:Weiche Dichtungen arbeiten im Temperaturbereich von -50 °C bis 200 °C (abhängig von PTFE/Gummi), während Metalldichtungen extremen Temperaturen von -196 °C bis über 600 °C standhalten.
- Druck:Weiche Dichtungen eignen sich für ≤ PN25 (≈ ANSI 150). Metalldichtungen eignen sich für PN16-PN150 (≈ ANSI 900).
- Leckage:Weiche Dichtungen erreichen eine hervorragende, nahezu leckagefreie Leistung (Klasse VI). Metalldichtungen erreichen die Klasse IV/V und verbessern sich unter hohem Druck.
- Medienkompatibilität:Weiche Dichtungen eignen sich hervorragend für Wasser, Luft und neutrale Flüssigkeiten. Metalldichtungen sind beständig gegen Dampf, Kohlenwasserstoffe, Schlämme, korrosive Flüssigkeiten und heiße Gase.
- Robustheit:Metalldichtungen bieten eine überlegene Beständigkeit gegen Partikel, Erosion und Verschleiß. Weiche Dichtungen verschleißen bei abrasivem Betrieb oder häufigem Drosseln schnell.
- Kosten und Betrieb:Weiche Dichtungen sind kostengünstiger und benötigen ein minimales Drehmoment. Metalldichtungen erfordern höhere Anfangsinvestitionen und ein höheres Drehmoment, bieten aber eine lange Lebensdauer unter rauen Bedingungen.
- Anwendungsbereiche:Weiche Dichtungen dominieren in der Klimatechnik, in Wassersystemen und in Niederdruckgassystemen. Metalldichtungen sind in Raffinerien, Dampfleitungen, der chemischen Verarbeitung und der Öl-/Gasindustrie unerlässlich.
3. Materialien für weiche Dichtungssitze
Die Materialauswahl definiert die Leistungsgrenzen:
- NBR (Nitrilkautschuk):Beständig gegen Öle und Kohlenwasserstoffe (-20 °C bis 80 °C).Verwendung: Wasser, Druckluft, Flüssigkeiten auf Erdölbasis.
- EPDM (Ethylen-Propylen-Dien):Beständig gegen heißes Wasser/Dampf (<150°C), Ozon und Laugen.Verwendung: Heizsysteme, Lebensmittel/Getränke, feuchte Luft.
- FKM (Fluorcarbon Viton®):Geeignet für Öle, Kraftstoffe, Säuren und hohe Temperaturen (-20 °C bis 200 °C).Einsatzgebiete: Chemische Prozesse, Kraftstoffleitungen, saure Medien.
- PTFE (Polytetrafluorethylen):Chemisch inert (-50 °C bis 200 °C), geringe Reibung. Verwendung:
- Reine Sitzplätze:Korrosionsbeständigkeit, mäßige Abdichtung.
- Verstärkte Sitze (Glas/Graphit):Bessere Kältebeständigkeit.
- Gepolsterte Sitze (Lippe/Blasenröhre):Vereint Elastizität und chemische Beständigkeit.
4. Metalldichtungsmaterialien und -behandlungen
Die Leistungsfähigkeit hängt von der Materialkombination und der Oberflächengestaltung ab:
- Materialstrategie:
- Die Kombination ungleicher Werkstoffe verhindert Fressen (z. B. Edelstahl vs. Stellite®).
- Die Sitzoberflächenhärte ist höher als die Scheibenoberflächenhärte (um ca. 2-5 HRC), wodurch die Scheibe austauschbar ist.
- Oberflächenverbesserungen:
- Hartauftragung:**Stellite 6®(Kobaltbasis, HRC 40-50) oderInconel 625®** (Nickelbasis) Beschichtungen sind verschleiß- und korrosionsbeständig.Primäre Lösung für extreme Einsatzbedingungen.
- Einsatzhärtung:Flammen-/Plasma-/Laserhärten oder Nitrieren (≥HV 1000) erhöht die Verschleiß-/Fressbeständigkeit.
- Thermisches Spritzen:HVOF-AnwendungWC (Wolframcarbid)oderChromoxidBeschichtungen sorgen für extreme Oberflächenbeständigkeit.
- Exotische Legierungen:Hastelloy® oder Duplexstahl wird in stark korrosiven Umgebungen verwendet (hohe Kosten).
5. Einschränkungen und Auswahlkriterien
Wichtige Überlegungen:
- Grenzen der weichen Abdichtung:Permanente Druckverformung, chemische Unverträglichkeit (Quellung/Abbau), Kaltfließ-/Kriechverhalten (PTFE/Gummi), Partikelschäden.
- Grenzwerte für harte Dichtungen:Mögliche Leckagen bei niedrigem Druck, höhere Kosten/Drehmoment.
- Auswahlkriterien:Medieneigenschaften (Temperatur, Druck, Korrosivität, Feststoffe), Anforderungen an die Leckage, Lebenszyklushäufigkeit, Betriebsschwere und Budget.
Schlussfolgerung:
Die Auswahl der Absperrklappe wird definiert durch dieSynergie zwischen Dichtungsstruktur und -material. Weiche Dichtungen(EPDM/NBR/PTFE) eignen sich hervorragend für kostensensible Niederdruck-Wasser-/Luftanwendungen.FKM-Weichdichtungen oder PTFE-VerbundwerkstoffeUmgang mit korrosiven Medien.Dreifach versetzte MetalldichtungenmitStellite®/gehärtete OberflächenDichtungen sind für Dampf, Kohlenwasserstoffe, hohe Temperaturen/Drücke und erosive Medien unerlässlich. Nickelbasierte Werkstoffe sind für extreme Bedingungen ausgelegt. Eine sorgfältige Bewertung der Betriebsparameter und Materialeigenschaften ist entscheidend; die Nichtbeachtung der Dichtungsspezifikationen birgt das Risiko von Leckagen, vorzeitigem Ausfall und kostspieligen Stillstandszeiten.
Veröffentlichungsdatum: 06.08.2025
