Dichtringe sind ein unverzichtbarer Bestandteil der mechanischen Konstruktion. Sie dienen hauptsächlich dazu, das Austreten von Flüssigkeiten oder Gasen zu verhindern und die Dichtleistung von Anlagen zu gewährleisten. Die korrekte Auswahl und Bestimmung der passenden Größe der Dichtringe ist entscheidend für die Dichtwirkung. Dieser Artikel beschreibt detailliert die Methode zur Bestimmung der passenden Größe von Dichtringen, einschließlich Größennormen, Einflussfaktoren und konkreten Schritten, um Ingenieuren und Technikern die richtige Wahl in der Praxis zu erleichtern.
1. Normen für die Größe von Dichtungsringen
Die Konstruktion und Auswahl von Dichtungsringen muss bestimmten internationalen oder nationalen Normen entsprechen. Gängige Normen sind ISO (Internationale Organisation für Normung), DIN (Deutsche Industrienorm) und AS568 (Amerikanische Norm). Diese Normen legen die Anforderungen an Größe, Material und Leistung von Dichtungsringen detailliert fest.
ISO 3601: Legt die Größe und Toleranz von O-Ringen fest, die üblicherweise in Hydrauliksystemen verwendet werden.
DIN 3771: Anwendbar auf die Größen- und Toleranzanforderungen an verschiedene Dichtungen.
AS568: Amerikanischer Standard, anwendbar auf O-Ringe in der Luftfahrtindustrie.
2. Einflussfaktoren
Für die korrekte Bestimmung der passenden Größe von Dichtungsringen müssen viele Faktoren berücksichtigt werden, darunter Betriebstemperatur, Betriebsdruck, Eigenschaften des Mediums, Bewegungsart und Oberflächenrauheit.
Betriebstemperatur: Dichtungen aus unterschiedlichen Materialien weisen unterschiedliche Temperaturtoleranzbereiche auf. Wird der Betriebstemperaturbereich über- oder unterschritten, verschlechtert sich die Dichtungsleistung erheblich.
Betriebsdruck: Bei hohem Druck benötigt die Dichtung eine höhere Kompressionsrate und Härte, um die Dichtungswirkung zu gewährleisten.
Eigenschaften des Mediums: Unterschiedliche Medien weisen eine unterschiedliche chemische Korrosivität gegenüber dem Dichtungsmaterial auf, daher müssen Materialien mit guter Korrosionsbeständigkeit ausgewählt werden.
Bewegungsart: Statische und dynamische Dichtungen stellen unterschiedliche Anforderungen an die Dichtungen. Bei dynamischen Dichtungen tritt Gleitreibung auf, weshalb der Reibungskoeffizient und die Verschleißfestigkeit berücksichtigt werden müssen.
Oberflächenrauheit: Die Oberflächenrauheit der Dichtung und der Gegenfläche hat einen erheblichen Einfluss auf die Dichtungswirkung. Daher muss sichergestellt werden, dass die Oberflächenrauheit der Gegenfläche den Anforderungen entspricht.
3. Spezifische Schritte
Bei der Beurteilung der passenden Größe des Siegels können Sie folgende Schritte befolgen:
Klare Anwendungsanforderungen: Zunächst muss die Arbeitsumgebung des Geräts geklärt werden, einschließlich Temperatur, Druck, Medium und Bewegungsmodus.
Materialauswahl: Wählen Sie geeignete Dichtungsmaterialien entsprechend dem Medium und der Temperatur. Gängige Dichtungsmaterialien sind NBR (Nitrilkautschuk), EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) und Fluorkautschuk.
Referenznormen: Zur Bestimmung der Grundgröße und Toleranz des Dichtrings sind die entsprechenden Normen (z. B. ISO, DIN oder AS568) heranzuziehen.
Berechnen Sie die Paarungsgröße:
Innendurchmesser (ID): Der Innendurchmesser des Dichtrings sollte etwas kleiner sein als der Durchmesser der Gegenfläche, um eine ordnungsgemäße Kompression zu gewährleisten.
Außendurchmesser (AD): Der Außendurchmesser des Dichtrings sollte etwas größer sein als der Durchmesser der Gegenfläche, um eine gute Dichtwirkung zu gewährleisten.
Querschnittsgröße (CS): Wählen Sie die geeignete Querschnittsgröße entsprechend dem Betriebsdruck und der Betriebstemperatur.
Dichtwirkung prüfen: Nach dem Einbau des Dichtrings ist eine Dichtheitsprüfung durchzuführen, um sicherzustellen, dass die Dichtleistung den Anforderungen entspricht.
Anpassung und Optimierung: Passen Sie gegebenenfalls anhand der Testergebnisse die Größe oder das Material des Dichtungsrings an, bis der ideale Effekt erzielt ist.
4. Beispielanalyse
Angenommen, Sie müssen einen O-Ring für einen Hydraulikzylinder mit einem Betriebsdruck von 10 MPa, einer Temperatur von 80 °C und Hydrauliköl als Medium auswählen.
Klare Anwendungsanforderungen: hoher Druck, mittlere Temperatur, Hydraulikölumgebung.
Material auswählen: Wählen Sie NBR (Nitrilkautschuk).
Referenznorm: Beachten Sie ISO 3601 und wählen Sie die entsprechende Größe und Toleranz.
Berechne die passende Größe:
Innendurchmesser (ID): Bei einem Durchmesser der passenden Oberfläche von 50 mm wählen Sie einen Dichtring mit einem Innendurchmesser von 49,5 mm.
Außendurchmesser (AD): Bei einem Durchmesser der passenden Oberfläche von 60 mm wählen Sie einen Dichtring mit einem Außendurchmesser von 60,5 mm.
Querschnittsgröße (CS): Wählen Sie entsprechend dem Betriebsdruck von 10 MPa eine Querschnittsgröße von 10 mm.
Dichtwirkung prüfen: Nach dem Einbau des Dichtrings sollte eine Dichtheitsprüfung durchgeführt werden, um eine gute Dichtwirkung sicherzustellen.
Anpassung und Optimierung: Sollte das Testergebnis nicht optimal sein, passen Sie die Größe des Dichtungsrings an oder wählen Sie andere Materialien, bis der optimale Effekt erzielt ist.
5. Schlussfolgerung
Die korrekte Bestimmung der passenden Dichtungsringgröße ist entscheidend für die Dichtleistung der Anlage. Durch die Klärung der Anwendungsanforderungen, die Auswahl geeigneter Materialien, die Berücksichtigung von Normen, die Berechnung der passenden Größe, die Überprüfung der Dichtwirkung sowie die Justierung und Optimierung lässt sich die Dichtwirkung des Dichtungsrings effektiv verbessern und die Lebensdauer der Anlage verlängern.
Veröffentlichungsdatum: 06.02.2025
